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Mahonie

Mahonia aquifolium

Stechpalmenblättrige Mahonie

Die Mahonie, von der es 60 bis 70 Arten gibt, ist ein immergrüner Strauch ohne Dornen. Er ist mit der Berberitze nahe verwandt und gehört zur Familie der Sauerdorngewächse (Berberidaceae). Seine Heimat ist die Pazifikküste Nordamerikas. In Europa kommt die Mahonie als Zierstrauch in Gärten und Parkanlagen oder auch verwildert vor. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte, kommt auch mit Minusgraden zurecht und erreicht Wuchshöhen bis zu 1,5 m. An den Boden stellt die Mahonie nur geringe Ansprüche, er sollte eher trocken als nass sein. Die Vermehrung erfolgt vegetativ durch unterirdische Ausläufer des kräftigen Rhizoms oder durch die Verbreitung der Samen durch Tiere. Die Laubblätter stehen wechselständig an den Zweigen. Sie sind unpaarig gefiedert, gestielt oder ungestielt und grün-glänzend. Der Blattrand kann gewellt, gesägt, gezähnt oder mit kleinen Stacheln versehen sein. In seiner Form ähnelt er dem der Stechpalme. Die leuchtend gelben, duftenden Blüten stehen in Trauben zusammen. Die Staubblätter in den Blüten sind besonders reizbar. Im Ruhezustand liegen sie innen an den Blütenblättern an. Sobald ein Insekt die Blüte aufsucht, schnellen die Staubblätter explosionsartig zur Mitte der Blüte hin und versorgen das Insekt mit Pollen. Anschließend legen sie sich wieder an die Blütenblätter an. Blütezeit: März bis Juni. Die Mahonie ist in den meisten Pflanzenteilen giftig. Ab August reifen die blauschwarzen Beeren, die außen hell bereift sind. Sie haben dunkelrotes Fruchtfleisch, schmecken sauer und enthalten Vitamin C und 2 bis 5 glänzende rotbraune Samen. Da die Früchte nur geringe Mengen an Alkaloiden enthalten (0,05%), gelten sie in kleinen Mengen als unbedenklich für den Verzehr. Geschmacklich erinnern sie an schwarze Johannisbeeren und können zur Zubereitung von Saft oder Marmelade verwendet werden.

Steckbrief

- Pflanzenfamilie: Sauerdorngewächse Berberidaceae
- Anwendungsbereich: Hauterkrankungen
- Blütenfarbe: gelb
- Giftigkeit: schwach giftig
- Lebensdauer: ausdauernd

Blütezeit

März bis Juni

Verwendete Pflanzenteile

Die getrocknete Ast- und Zweigrinde und die Zweigspitzen und die Früchte

Inhaltsstoffe

Alkaloid Berberin (in der Wurzelrinde 7 bis 16%, in der Zweigrinde 2 bis 4,5%), das erbgutverändernd wirkt, Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe

Heilwirkung

Die Rinde der Mahonie enthält Stoffe, die das Zellwachstum der Haut hemmen und antientzündlich und antimikrobiell bei Hautkrankheiten wirken. Homöopathische Arzneimittel (Salbe oder Globuli) können bei Schuppenflechte eingesetzt werden (Rubisan-Salbe DHU). Der Einsatz von Mahonie bei Akne und Neurodermitis wird diskutiert. Die Wirkung ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt.

Nebenwirkungen

In größeren Mengen verzehrt können die Beeren Durchfall bewirken.

Geschichtliches

Der Gattungsname Mahonia ist nach dem amerikanischen Botaniker Bernard Mac Mahon (1775 – 1816) benannt. Der Artname aquifolium weist auf das Aussehen der Blätter mit den stacheligen Spitzen hin: acus (Spitze), folium (Blatt). 1823 kam die Pflanze nach England, seit 1882 ist sie in Brandenburg nachgewiesen.

In der traditionellen Medizin der nordamerikanischen Indigene wurde die Rinde bei Verdauungsstörungen genutzt. Die getrockneten Wurzeln wurden volksheilkundlich zudem bei Durchfällen, Hauterkrankungen und Harnwegsentzündungen eingesetzt.

Die Mahonie ist eine Färbepflanze, die früher viel genutzt wurde. Die holzigen Teile färben Wolle, Seide und Baumwolle gelb, die Beeren sorgen für blaue Farbe.

Die Mahonie wird auf der Beobachtungsliste der invasiven Arten geführt. Man befürchtet, dass sie heimische Arten verdrängt und die Biodiversität gefährdet. In Frankreich gilt die Pflanze Neophyt. Die österreichische Gartenbaugesellschaft empfiehlt, statt der Mahonie die heimische Stechpalme zu pflanzen.

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