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Weicher Akanthus

Acanthus mollis

Bärenklau, Bärentapen, Weiche Bärentatze, Wahrer Bärenklau, Pracht Akanthus

Der Weiche Akanthus gehört zur Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae). Zur Gattung Akanthus gehören etwa 30 Arten. Der Weiche Akanthus stammt ursprünglich aus den Tropen und wurde als Zierpflanze im Mittelmeerraum angesiedelt. Darüber hinaus kommt er in Südosteuropa und Nordafrika vor. Der Weiche Akanthus ist nur bedingt winterhart. Er benötigt einen nährstoffreichen, durchlässigen, eher trockenen Boden und einen geschützten, sonnigen, warmen Standort und sollte im Winter vor Nässe geschützt werden.

Aus einem dicken fleischigen Wurzelstock mit weiß-gelblichen Wurzeln treiben im Frühjahr dunkelgrüne, fiederspaltige, gezähnte, glänzende Blätter, die in Bodennähe eine Blattrosette bilden. Sie sind kahl oder kurz-flaumig behaart, sehr weich, tief eingeschnitten und werden bis 60 cm lang und bis zu 20 cm breit. Aus der Rosette heraus wachsen unverzweigte Stängel, an denen sich nur wenige kleine Blätter, aber auffällige, attraktiven Blüten befinden. Diese sind in Ähren angeordnet und stehen kreuzgegenständig an den Stängeln. Sie sehen Rachenblüten ähnlich. Die vier Kelchblätter sind miteinander verwachsen. Am unteren Teil des Stängels sind die Blüten weiß bis zartrosa, oben rot bis violett gefärbt. Die Kronblätter sind nur kurz röhrenförmig verwachsen. Die Blütenkrone endet in zwei Lippen, wobei sich das obere dunkle Blütenblatt wie ein Helm über die unteren Blütenblätter legt. Blütezeit: Mai bis August Die Blüten sind gute Nektar- und Pollenspender für Bienen, Hummeln und andere Insekten. Der Weiche Akanthus blüht nur zuverlässig nach milden Wintern. Aus den Blüten entwickeln sich eiförmige Kapseln mit 2 bis 4 Fächern, in denen sich jeweils ein sehr großer Samen befindet. Bei Sommerhitze öffnen sich die Kapseln explosionsartig mit lautem Knall und schleudern die Samen bis zu 9 m aus dem Fruchtstand heraus. Nach der Samenreife vergilben die Blätter der Grundrosette und sterben ab.

Steckbrief

- Pflanzenfamilie: Akanthusgewächse Acanthaceae
- Anwendungsbereich: Atemwegserkrankungen, Verdauungsbeschwerden
- Blütenfarbe: rosa-weißlich
- Giftigkeit: ungiftig
- Lebensdauer: ausdauernd

Blütezeit

Mai bis August

Verwendete Pflanzenteile

Blätter, Wurzel, Kraut

Inhaltsstoffe

Schleimstoffe, viele Bitterstoffe, Gerbstoffe, Tannine, Harz, Mineralien

Heilwirkung

Zubereitungen aus Akanthus wirken schleimlösend, abführend, schmerzstillend, wundheilend und entzündungshemmend und galten als Universalmedizin, die innerlich und äußerlich genutzt wurde. Die leicht bitteren Blätter wurden als Tee bei den verschiedensten Beschwerden getrunken und äußerlich für Bäder, Umschläge, Kompressen und Mundwasser genutzt. Vor allem aber wurde die Wurzel verwendet. Ein Breiumschlag (Kataplasma) wurde bei Wunden (Brandwunden), Hautentzündungen und Ekzemen aufgelegt. Auch Durchfall, Krämpfe, Grippe und blaue Flecken wurden mit der Pflanze behandelt. In heutiger Zeit hat der Weiche Akanthus keine medizinische Bedeutung mehr.

Nebenwirkungen

Nicht bekannt

Geschichtliches

Der Gattungsname ist griechischer Herkunft: acanthos bedeutet Stachel oder Distel; denn die meisten Arten der Gattung besitzen dornige Blätter. Der Artname (lat.: mollis = weich) weist auf die Ausnahme bei der Pflanze hin.

Im Altertum spielte der Weiche Akanthus bei der Behandlung von Krankheiten eine große Rolle. Dioskurides empfahl die Pflanze bei Verrenkungen, Brandwunden und Durchfall. Im Mittelalter wurde der Weiche Akanthus häufig bei Entzündungen der inneren Organe verwendet.

Wegen der perfekten Symmetrie sind die grundständigen, ornamentalen Blätter der Pflanze seit der Antike Vorlage für Säulenverzierungen, besonders bei korinthischen Kapitellen. Die Blätter gelten auch als Symbol für Unsterblichkeit.

Der Wahre Bärenklau kann namentlich mit dem Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) verwechselt werden. Jedoch gehört dieser zu den Doldenblütlern (Apiaceae).

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