Waschnussbaum
Seifenbaum, Chinesische Waschnuss, Japanische Waschnuss, Japanischer Seifenbaum
Der Waschnussbaum ist eine laubabwerfende Pflanzenart innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae), zu der etwa 150 Gattungen und 2000 Arten gezählt werden. Er stammt aus Südostasien und dem indischen Subkontinent und erreicht Höhen bis zu 20 m und ein...
Steckbrief
- Pflanzenfamilie: Seifenbaumgewächse Sapindaceae
- Anwendungsbereich: Hautpflege
- Blütenfarbe: grün-weiß
- Giftigkeit: ungiftig
- Lebensdauer: ausdauernd
Blütezeit
Juni - Juli
Verwendete Pflanzenteile
Die Schalen der Früchte, die Kerne und Wurzeln
Inhaltsstoffe
Saponine (ca. 15 bis 30%), die in der Fruchthülle und in den Samen enthalten sind und die als Fraßschutz und gegen den Befall von Pilzen wirken.
Heilwirkung
Aus den Waschnussschalen werden Produkte hergestellt, die bei der Pflege von Haut, Haaren und Zähnen genutzt werden. Das Shampoo soll die Talgproduktion der Kopfhaut reduzieren können und wird zur Haarwäsche von fettigem Haar genutzt. In der ayurvedischen Heilkunde werden die Früchte als Heilmittel bei Husten, Schuppenflechte und als Mittel gegen Läuse genutzt, die Wurzeln zur Behandlung von Rheuma und Gicht. Ein Badezusatz aus den Blättern soll Gelenkschmerzen lindern können.
Nebenwirkungen
Die Waschnussschalen gelten als hypoallergen. Bei empfindlichen Personen kann es dennoch zu Rötungen, Trockenheit der Haut und Juckreiz kommen. In höheren Konzentrationen sind Saponine, die beim Wäschewaschen ins Abwasser gelangen, giftig für Fische.
Geschichtliches
Der Gattungsname „Sapindus“ wurde von Carl von Linné etabliert, weil zur Gattung „Saponaria“ bereits andere Pflanzenarten gehörten. Er ist abgeleitet von „sapo“ (lat.) = Seife und „indicus“ für Indien. Der Artname „saponaria“ ist ebenfalls von „sapo“ abgeleitet und bedeutet „saponinhaltig“. Der Artname „mukorossi“ ist vom japanischen „mukoroji“ abgeleitet, dem Japanischen Seifenbaum, obwohl der Baum in Japan nicht heimisch ist. Weil der Waschnussbaum in China stark verbreitet ist, trifft auch die Bezeichnung Chinesischer Waschbaum zu.
Zerkleinerte Waschnussschalen werden in Säckchen zur Wäsche gegeben und können bei Wäschen bis 40°C. meistens für zwei Waschvorgänge genutzt werden. Beim Waschen lösen sich die Schalen jedoch nicht auf, sondern geben die in ihnen enthaltenen Saponine über die Bruchkanten der Schalen frei. Waschnussschalen enthalten keine bleichenden Substanzen, keinen Wasserenthärter und keine Duftstoffe. Sie sind biologisch abbaubar und können ebenso wie synthetische Waschmittel zum Waschen der Wäsche genutzt werden. Zudem ist die Belastung des Wassers gering, und es entsteht kein Abfall, weil die Schalen nach der Nutzung zum Kompost gegeben werden können. In der Oeko-Bewegung sind sie wegen der geringen Kosten populär.
Die Waschwirkung ist jedoch umstritten. Aufgrund der in den Schalen enthaltenen Pigmente bekommt weiße Wäsche auf Dauer einen Grauschleier. Flecken lassen sich oft nicht gut entfernen. Insgesamt zeigte der Vergleich mit herkömmlichen Waschmitteln enttäuschende Ergebnisse. Deshalb bewertete die Stiftung Warentest die Waschleistung von Waschnüssen im Vergleich zu chemischen Waschmitteln 2019 als mangelhaft.
Im Anbauland Indien werden mit der Kultur der Waschnussbäume Arbeitsplätze geschaffen. Als Exportgut müssen die Nüsse jedoch über weite Wege per Schiff transportiert werden. Zudem versechsfachten sich durch den steigenden Verbrauch zwischen 2003 und 2008 die Kosten für Waschnüsse – die Preiswürdigkeit reduzierte sich deutlich. Deshalb werden in Indien inzwischen vermehrt chemische Waschmittel genutzt.

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